Körperbau der Wanzen


Wanzen (Heteroptera) gehören zur Ordnung der Schnabelkerfe (Hemiptera). Weltweit sind rund 40.000 Arten bekannt, in Europa etwa 1.000, davon fast 900 Arten in Deutschland. Wanzen haben eine hohe Formenvielfalt und haben sich an fast alle Lebensräume angepasst. Einige leben nur in feuchten Gebieten, in trockenen Gebieten wie Heidelandschaften, im Süßwasser und als einzige Insekten sogar permanent auf dem offenen Ozean.

 

Weltweit: 40.000 Arten

Europa: 1.000 Arten

Deutschland: 900 Arten

 

Wie alle Insekten bestehen auch die Wanzen aus drei Körperabschnitten, dem Kopf (Caput), der Brust (Thorax) und dem Hinterleib (Abdomen).

Gemeine Feuerwanze
Gemeine Feuerwanze

Kopf


Am Kopf befinden sich die Augen, die Fühler und die Mundwerkzeuge. Die Augen bestehen aus den Komplexaugen und den Einzelaugen (Ocellen), wobei die Einzelaugen bei einigen Familien fehlen können. Zwischen den Augen befindet sich die sogenannte Stirnschwiele (Clypeus). Die Fühler, auch Antennen genannt, bestehen meist aus vier Gliedern. Die Mundwerkzeuge bestehen aus einer Röhre, gebildet aus der Ober- und Unterlippe (Labrum, Labium). An der Spitze sitzen kleine Stechborsten (Mandiblen), mit denen sie Löcher in Pflanzen oder Beutetiere bohren können.


Brust


Die Brust (Thorax) besteht aus drei Segmenten (Pro-, Meso- und Metathorax) an denen je ein Beinpaar sitzt. Auf dem Rückenteil sitzt das von Art zu Art unterschiedlich gestaltete Halsschild (Pronotum) und das Schildchen (Scutellumg). Es gibt Arten, bei denen das Schildchen bis über die Flügel reichen. Auf der Bauchseite befinden sich Duftdrüsen und ein Paar Atemöffnungen (Stigmen).


Hinterleib


Der Hinterleib besteht bei Wanzen aus elf mehr oder weniger abgeflachten Segmenten und einem Endabschnitt (Telsons). Sie sind über dehnbaren Häutchen miteinander verbunden. Am neunten Segment sitzen bei den Männchen die Geschlechtsorgange, diese sind beim Weibchen am Achten und am Neunten. Außerdem befinden sich am Hinterleib weitere Atemöffnungen, meist acht Paare.


Flügel


Die Flügel sitzen am Brustabschnitt an. Die Vorderflügel sind teilweise verhärtet (sklerotisiert), die Hinterflügel sind häutig, können aber auch fehlen.


Beine


Auch die Beine sitzen ebenfalls am Brustabschnitt an. Wanzen haben wie alle Insekten drei Beinpaare, die aus Hüfte (Coxa), Schenkelring (Trochanter), Schenkel (Femur), Schiene (Tibia) und Fuß (Tarsus) besehen. Am Fuß sitztn Krallen und Haftlappen, die an den Lebensraum angepasst und umgestaltet sind.


Ernährung


Fast alle Wanzen ernähren sich saugend von Pflanzen, einige auch räuberisch von anderen Insekten. Nur wenige Arten saugen auch Blut (z. B. die Bettwanze Cimex lectularius).

Larve der Zweizähnigen Dornwanze saugt eine Raupe aus
Larve der Zweizähnigen Dornwanze saugt eine Raupe aus

Fortpflanzung und Entwicklung


Das Paarungsverhalten der Wanzen kann sehr unterschiedlich sein. Es kann ein stundenlanges Werbeverhalten oder eine überfallartige Begattung geben. Bei der Paarung selbst sitztn die Wanzen meist rechtwinklig zueinander oder das Männchen unter dem Weibchen.

 

Die Eier werden vom Weibchen mit einem Legebohrer (Ovipoitor) in die Erde oder in Pflanzenteile eingebohrt. Es gibt aber auch Arten, bei denen der Legebohrer nicht so gut ausgebildet ist. Dann legen die Weibchen die Eier auf die Erde oder an Pflanzen ab, meist in kleinen Gruppen. Einige Weibchen geben dem Eipacket eine Substanz aus symbiotischen Bakterien dazu von denen sich die frisch geschlüpften Nymphen dann ernähren.

 

Viele Wanzen-Arten betreiben Brutpflege. Das Weibchen bewacht dann die Eier, das Schlüpfen und die erste Entwicklung.

 

Bis zur vollständigen Entwicklung durchlaufen die Nymphen meist fünf Häutungen. Eine Verpuppung findet nicht statt. Während der Entwicklung werden die Jungtiere den ausgewachsenen Tieren immer ähnlicher.

Zimtwanzen bei der Paarung
Zimtwanzen bei der Paarung