Gemeine Skorpionsfliege

Panorpa communis (Linnaeus, 1758)

Gattung: Panorpa

Familie: Skorpionsfliegen (Panorpidae)

Ordnung: Schnabelfliegen (Mecoptera)


Kennzeichen

Der Körper ist schwarz mit feinen hellen gelblichen Ringen. Die Flügel sind durchsichtig, haben neben dunklen Flecken am unteren Ende ein breites, durchgehendes schwarzes Band und die Spitze ist ebenfalls dunkel. Das Hinterleibsende ist bei beiden Geschlechtern rot. Beim Weibchen ist es kurz und spitz, beim Männchen nach oben gekrümmt und verdickt und sieht einem Skorpionsstachel sehr ähnlich. Die Mundwerkzeuge sind hellrot und schnabelartig nach vorne verlängert. Sie werden bis zu 30 mm groß und haben eine Flügelspannweite von bis 35 mm.

Flugzeit

Man kann sie von Mai bis Oktober fliegen sehen.

Verbreitung

Europa, Sibirien.

Habitat

Wälder, Waldränder.

Ernährung

Sie ernährt sich von Pflanzenteilen und räuberisch von toten oder schwachen Insekten. Dabei besuchen sie auch of Netze von Webspinnen die das bemerken und sich der Fliege auch nähern. Die Spinnen greifen die Skorpionsfliegen jedoch nicht an und lassen sie gewähren. Warum das so ist, ist bislang unbekannt.

Fortpflanzung und Entwicklung

 

Vor der Paarung gibt es eine lange Balz, bei der das Männchen mit den Flügeln schlägt und mit dem Hinterleib zittert. Das Weibchen beobachtet dies eine Zeit lang, fliegt aber immer wieder weg um gleich darauf wieder zu kommen. Nach einiger Zeit übergibt das Männchen dem Weibchen ein Paarungsgeschenk in Form eines kleines Beutetiers oder eines Sekrekttröpfchens aus den Speicheldrüsen. Sobald das Weibchen anfängt zu fressen greift das Männchen sie mit dem zangenartigen Begattungsorgan. Die Paarung wird mehrfach wiederholt und kann über mehrere Stunden andauern.  Auch Paarungen ohne "Hochzeitsgeschenk" wurden beobachtet, diese dauern dann aber nur wenige Minuten. Nachdem sich das Weibchen mit mehreren Männchen gepaart hat beginnt sie mit der Eiablage.

 

Dazu legt sie innerhalb von etwa vier Tagen insgesamt bis zu 60 Eier in kleinen Gruppen in die Erde ab. Zehn Tage später schlüpfen die Larven deren Entwicklung je nach Wetterlage bis zu acht Monate dauern kann. Die Larven die im Herbst noch nicht ihre Entwicklung abgeschlossen haben, überwintern und verpuppen sich im nächsten Frühling.

 

Gefährdung und Schutz

Die Gemeine Skorpionsfliege gilt zur Zeit als nicht gefährdet.

Verwechslungsgefahr

Sie kann auf den ersten Blick  mit der Deutschen Skorpionsfliege (Panorpa germanica) und der Gebirgs-Skorpionsfliege (Panorpa alpina) verwechselt werden. Beide sind aber sehr viel seltener anzutreffen und haben zudem kein durchgehendes dunkles Band auf den Flügeln.