Amerikanische Kiefernwanze, Zapfenwanze

Leptoglossus occidentalis (Heidemann, 1910)

Gattung: Leptoglossus

Familie: Leder- oder Randwanzen (Coreidae)

Unterordnung: Wanzen (Heteroptera)

Ordnung: Schnabelkerfe (Hemiptera)


Kennzeichen

Der Körper hat eine braune bis rötliche Grundfarbe mit einem charakteristischen Muster aus hellen und dunklen Flecken und gezackten Bändern auf den Deckflügeln. Dieses Muster ist manchmal nur schwach sichtbar oder fehlt ganz. Die Seiten des Hinterleibs sind abwechselnd hell und dunkel gefleckt. Die Beine sind ebenfalls rot-braun und die Schienen der Hinterbeinen sind deutlich verbreitert. Sie wird zwischen 15 und 20 mm groß.

Flugzeit

Ein Europa kann man sie in einer Generation von Mai bis etwa Ende September finden.

Verbreitung

Ursprünglich stammt die Amerikanische Kiefernwanze aus dem westlichen Nordamerika. Von dort aus hat sie sich in den USA ausgebreitet und wurde 1999 in Italien eingeschleppt und ist heute in ganz Europa und Asien bis nach Tokio zu finden.

Habitat

Nadel- und Mischwälder.

Ernährung

Sowohl ausgewachsene Tiere als auch Nymphen ernähren sich saugend von jungen Samen und Blüten von Nadelbäumen.

Fortpflanzung und Entwicklung

Nach der Überwinterung beginnt das Weibchen im Mai oder Juni mit der Eiablage. Dabei legt sie die Eier in Reihen an Nadelbäume ab. Etwa 14 Tage später schlüpfen die Nymphen und durchlaufen bis zur Geschlechtsreife im August fünf Häutungen.

Gefährdung und Schutz

Die Amerikanische Kiefernwanze gilt zurzeit als nicht gefährdet.

Besonderheiten

Sie überwintern in Hohlstellen unter der Baumrinde, in Vogelnester oder Nestern von Nagetieren. Männchen dabei ein sogenanntes Aggregationspheromon abgeben, durch das andere Tiere dieser Art angelockt werden. So können sich bis zu 2.000 Tiere in einem Winterquartier versammeln. In Amerika suchen sie zur Überwinterung auch gerne Wohnungen und Häuser auf.

 

Die Amerikanische Kiefernwanze ist ein sehr guter Flieger und klingt dabei fast wie eine Hummel. Bei einer Störung geben sie ein Sekret ab, dass leicht nach Kiefernnadeln richt.

 

In Amerika gilt diese Wanze als Schädling da sie dort auch an Saatgut saugt.

 

In Amerika wird sie von der Wespe Gryon pennsylvanicum parasitiert, in Europa von der Erzwespe Anastatus bifasciatus.

Verwechslungsgefahr

In Europa ist die Amerikanische Zapfenwanze unverwechelbar. In Nordamerika gibt es eine sehr ähnliche Art, die Amerikanische Kiefernnadelwanze (Leptoglossus corculus), bei der jedoch die Verbreiterung der hinteren Schienen unsymetrisch ist.