Rote Röhrenspinne

Eresus kollari (Rossi, 1846)

Gattung: Eresus

Familie: Röhrenspinnen (Eresidae)

Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)

Ordnung: Webspinnen (Araneae)


Kennzeichen

Das Weibchen hat einen schwarzen Körper mit leichten weißlichen oder gelblichen Haareflecken.
Das Männchen hat ebenfalls einen schwarzen Vorderkörper, der Hinterkörper ist jedoch leuchtend rot und trägt vier schwarze Punkte, die manchmal weiß umrandet sind.
Die schwarzen Beine sind bei beiden Geschlechtern weiß geringelt, die hinteren Beine tragen rote Haare. Weibchen werden zwischen 10 und 16 mm groß, Männchen zwischen 8 und 11 mm.

Reifezeit

Ausgewachsene Männchen kann man im August und September finden, Weibchen das ganze Jahr über.

Verbreitung

Mittel- und Südeuropa, in Deutschland nur lokal anzutreffen.

Habitat

Sandige, trockene und warme Gebiete wie Heiden oder steinige Trockenrasen.

Ernährung

Das Netz ist eine schräg in den Boden führende 5 bis 10 cm tiefe Röhre, in der sie auch tagsüber sitzt. Diese Wohnröhre ist mit Gespinst ausgekleidet und läuft nach oben trichterförmig aus. Oft ist der sichtbare obere Teil mit kleinen Ästchen oder Blättern getarnt. Dort sind auch Fangfäden aus Kräuselwolle befestigt und sobald sich ein Beutetier in diesen verfängt, kommt die Spinne aus ihrem Versteck. Nicht selten kann man mehrere dieser Wohnröhren in der unmittelbaren Umgebung finden.

Fortpflanzung und Entwicklung

Nach drei bis vier Jahren sind die Tiere geschlechtsreif. Im August und September begeben sich die Männchen auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen lebt dann einige Zeit bei dem Weibchen in der Wohnröhre. Erst nach der Überwinterung baut das Weibchen außerhalb der Wohnröhre einen Eikokon. Diesen trägt sie aber zum Schutz immer wieder in Röhre. Die Jungtiere schlüpfen im Sommer und werden vom Weibchen von Mund zu Mund gefüttert. Nach kurzer Zeit stirbt das Weibchen und dient den Jungtieren zusätzlich als Nahrung.

Gefährdung und Schutz

Die Rote Röhrenspinne ist in der Roten Liste von Deutschland und Polen als stark gefährdet (2) eingetragen und ist nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) besonders geschützt.

Besonderheiten

Es gibt mehrere Unterarten.

Verwechslungsgefahr

Sowohl das Weibchen als auch das Männchen könnten mit anderen Arten dieser Gattung verwechselt werden wie z. B. Eresus sandaliatus oder im südlichen Europa mit Eresus moravicus. Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal sind die zwei hinteren roten Beinpaare. Außerdem scheinen beide Arten nicht gleichzeitig mit der Roten Röhrenspinne vorzukommen. Rund um das Mittelmeergebiet kommen noch weitere Arten dieser Gattung vor, die ebenefalls so gezeichnet sind.