Ammen-Dornfinger, Dornfinger

Cheiracanthium punctorium (Villers, 1789)

Gattung: Dornfinger (Cheiracanthium)

Familie: Dornfingerspinnen (Miturgidae)

Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)

Ordnung: Webspinnen (Araneae)


Kennzeichen

Der Vorderkörper des Männchens ist orange-braun bis gelblich. Die ebenso gefärbten Kieferklauen haben schwarze Spitzen, sind leicht auseinander gebogen und bei beiden Geschlechtern deutlich verdickt. Bei den Männchen sind die Spitze der Taster, die Gegattungsorgane, deutlich verdickt und dunkel. Der Hinterkörper ist grün bis gelb und hat einen etwas dunkleren Längsstrich auf der Oberseite. Die Beine sind ebenfalls grünlich. Der Körper des Weibchens hat eine braun-graune Farbe mit einem undeutlichen gelblichen Doppelstrich auf dem Hinterkörper, der auch ganz fehlen kann. Weibchen werden zwischen 10 und 15 mm groß, Männchen zwischen 8 und 12 mm.

Reifezeit

Ausgewachsene Tiere kann man von Juni bis Oktober finden.

Verbreitung

Vorzugsweise extensiv genutze Wiesen die selten oder nie gemäht werden. Dort sowohl in trockenen als auch in feuchten Gebieten oder auf Brachland.

Habitat

Weite Teile Europas, dort aber lückenhaft verbreitet, im Mittelmeerraum häufiger.

Ernährung

Tagsüber sitzt die Spinne in einem großen, gut sichtbaren weißen Gespinst, welches sie an der Spitze von hohen Gräsern hergestellt hat.

Fortpflanzung und Entwicklung

Die Männchen erreichen vor den Weibchen die Geschlechtsreife. Sie suchen sich ein junges Weibchen  und bauen direkt neben ihrem Gespinst einen eigenen. Sobald das Weibchen ihre Geschlechtsreife erlangt hat, durchtrennt das Männchen die Wand zwischen den Gespinsten, sodass daraus ein einizges großes Gespinst wird. Etwa im August legt das Weibchen zwischen 100 und 300 Eier in ihren Schlupfwinkel und bewacht diese und auch die später schlüpfenden Jungtiere.

Gefährdung und Schutz

Der Ammen-Dornfinger ist in der Roten Liste von Deutschland als gefährdet (3) eingestuft, kommt aber besonders in Berlin und im Rheintal noch recht häufig vor.

Besonderheiten

Der Ammen-Dornfinger ist eine der wenigen Spinnen in Deutschland, die durch die menschliche Haut beißen kann. Dieser Biss ist einem Bienenstich sehr ähnlich und schmerzhaft. Als Folge können mehrere Tage lang Lähmungserscheinungen rund um die Bisswunde und Schüttelfrost auftreten.

Verwechslungsgefahr

Es gibt mehrere ähnliche Arten aus dieser Gattung mit denen man den Ammen-Dornfinger verwechseln könnte.