Wespenspinne, Zebraspinne, Tigerspinne, Seidenbandspinne

Argiope bruennichi (Scopoli, 1772)

Gattung: Argiope

Familie: Echte Radnetzspinnen (Araneidae)

Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)

Ordnung: Webspinnen (Araneae)


Kennzeichen

Der Hinterkörper trägt eine auffallende Musterung aus weißen, schwarzen und gelben Bändern, die in der Ausdehnung der Bänder variabel ist. Beim Männchen ist diese Zeichnung nur undeutlich zu sehen. Die Beine sind hell und dunkel geringelt. Weibchen werden zwischen 14 und 17 mm groß, Männchen zwischen 4 und 6 mm.

Reifezeit

Ausgewachsene Tiere kann man von Juli bis Oktober finden, die Männchen nur bis in den August.

Verbreitung

Ursprünglich war die Wespenspinne in Südeuropa beheimatet. Seit etwa 50 Jahren breitet sie sich aus und ist inzwischen fast überall in Europa, in Asien und Nordafrika zu finden.

Habitat

Feuchte und trockene Gebiete wie Trockenrasen, Freuchtwiesen, Waldränder, Brachen, Gärten, Streuobstwiesen oder am Rand von Mooren.

Ernährung

Das Netz wird dicht über dem Boden zwischen Gräsern oder Gebüschen gebaut. Für den Bau braucht sie nur rund 40 Minunten. Oft sieht man rund um das Netz eine freie Fläche, dann hat die Spinne die Grashalme mit Spinnfäden zur Seite gebogen um genügend Platz für das Netz zu haben. In der Mitte des Netzes ist von oben nach unten ein gut sichtbares weißes Zick-Zack-Muster zu erkennen, gelegentlich gibt es stattdessen dieses Muster am Rand. Tagsüber hält sie sich in der Mitte des Netzes auf.

Fortpflanzung und Entwicklung

Ende Juli bis Anfang August kommt es zur Paarung. Dazu rüttelt das Männchen am Netz des Weibchens bis sich diese erhebt. Dann kriecht das Männchen unter unter das Weibchen und befruchtet sie. Während dieser Zeit ist das Weibchen in einer Art Starre. Sobald die Paarung vorüber ist, erwacht sie aus dieser Starre und das Männchen muss fliehen um nicht von ihr gefressen zu werden. Dabei bricht das Begattungsorgan (Bulbus) des Männchens ab und verschließt so die Geschlechtsöffnung des Weibchens. Die meisten flüchtenden Männchen werden jedoch von den Weibchen erbeutet und verspeißt. Einige Wochen später baut das Weibchen mehrere bräunliche bis grünliche Kokos zwischen den Gräsern in denen sich die Eier befinden. Die jungen Spinnen schlüpfen noch im Herbst, überwintern aber im Kokon.

Gefährdung und Schutz

Die Wespenspinne gilt zurzeit als nicht gefährdet.

Besonderheiten

Die Wespenspinne ist die Spinne des Jahres 2001.

Verwechslungsgefahr

Die Wespenspinne ist aufgrund ihrer auffälligen schwarz-weiß-gelben Färbung unverwechselbar. Lediglich im Mittelmeerraum kommt die ähnlich gefährbte Argiope lobata vor, die jedoch einen gewellten Hinterkörperrand hat.