Idas-Bläuling, Ginster-Bläuling

Plebejus idas (Linnaeus, 1761)

Gattung: Plebejus

Familie: Bläulinge (Lycaenidae)

Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)


Kennzeichen

Auf der Flügelunterseite zeigen sich bei beiden Geschlechtern weiß gerandete schwarze Flecken sowie ein gewelltes oranges Band an den Flügelrändern. Dieses ist schwarz gerandet und trägt blaumetallisch glänzende Flecken. Die Grundfarbe der Flügelunterseite ist bei den Weibchen hellbraun, bei den Männchen hellgrau. Die Flügeloberseite ist bei den Männchen leuchtend blau mit einem schmalen schwarzen Streifen an den Flügelrändern, bei den Weibchen dunkelbraun mit einer gelegentlichen bläulichen Bestäubung an der Basis sowie einem orangen Band am Rand der Hinterflügel, selten auch auf den Vorderflüglen. Die Flügelspannweite beträgt 14 bis 16 mm.

Flug- und Raupenzeit

In Europa kann man den Falter in einer Generation etwa von Juni bis August finden. In warmen Gebieten können auch zwei Generationen bis in den September angetoffen werden.

Verbreitung

Weite Teile Europas, Asien, Nordamerika, bis in eine Höhe von 2.100 m, jedoch nur lokal anzutreffen.

Habitat

Basische und saure Magerrasen wie sie in Kalk- und Heidegebieten vorkommen.

Ernährung

Die Falter ernähren sich saugend vom Nektar verschiedener Blüten. Männliche Falter kann man auch beim saugen an feuchten Stellen am Boden finden. Die Raupen ernähren sich von den Blättern verschieder Pflanzen, wie z. B. dem Besenginster, der Besenheide und verschiedenen Kleearten.

Fortpflanzung und Entwicklung

Die Männchen besetzen ein Revier und suchen dort nach einem paarungswilligem Weibchen, dass meist mit geschlossenen Flügeln kopfunter sitzt. Hat es ein Weibchen gefunden, stößt es im Flug mit den Flügeln an den Körper, landet neben dem Weibchen und schlägt weiter mit den Flügeln. Ist das Weibchen paarungsunwillig, schlägt es ebenfalls mit den Flügeln, biegt den Hinterleib nach oben und versucht zu fliehen. Kommt es zu einer Paarung, legt das Weibchen danach etwa 90 bis 130 weißlich-grüne Eier einzeln an die Futterpflanzen der Raupen ab. Die Eier überwintern und im Frühling des nächsten Jahres schlüpfen die grünen, rot-braunen oder grauen Raupen, die einen schwarzen Kopf haben. Sie sind an das Vorhandensein von Ameisen gebunden (Myrmekophilie) und so findet man fast immer eine Gruppe Ameisen in der Nähe der Raupe. Die Verpuppung findet im Ameisennest statt, einige Unterarten verpuppen sich jedoch auch im Laubstreu oder an den Blättern der Nahrungspflanze. Als Wirtsameisen dienen z. B. die Aschgraue Sklavenameise (Formica cinerea), die Rotrückige Sklavenameise (Formica cunicularia), die Schwarze Wegameise (Lasius niger) oder die Große Kerbameise (Formica exsecta).

Gefährdung und Schutz

Der Idas-Bläuling ist in der Roten Liste von Deutschland als stark gefährdet (2) eingestuft.

Besonderheiten

Es gibt viele Unterarten und Formen die sich in der Größe, in der Färbung und der Ausdehnung der Flecken unterscheiden.

Verwechslungsgefahr

Man kann den Idas-Bläuling anhand von Fotos nicht von dem Kronwicken-Bläuling (Plebejus argyrognomon), dem Argus-Bläuling (Plebejus argus) und Plebejus melissa unterscheiden. Der Argus-Bläuling trägt jedoch im Gegensatz zum Idas-Bläuling einen winzigen Dorn an der Schiene der Vorderbeine, der aber nur mit einer Lupe oder evtl. in der 100%-Ansicht bei einem Foto zu sehen ist. Plebejus melissa kommt nur in Nordamerika vor.
Eine Differenzierung könnte anhand des Habitats getroffen werden: Während der Idas-Bläuling in Europa in basischen oder sauren Magerrasen vorkommt, kann man den Kronwicken-Bläuling auf blütenreichen Wiesen oder in Feuchtgebieten finden. Der Argus-Bläuling kommt sowohl in trockenen als auch in feuchten Gebieten vor.