Gemeine Winterlibelle

Sympecma fusca (Vander Linden, 1820)

Gattung: Sympecma

Familie: Teichjungfern (Lestidae)

Unterordnung:  Kleinlibellen (Zygoptera)

Ordnung: Libellen (Odonata)


Kennzeichen

Die Grundfarbe beider Geschlechter ist cremefarben bis hellbraun mit braunen Bereichen auf dem Hinterleib und der Brust, die in der Sonne kupferfarben schimmern. Auf der Brust befindet sich ein dunkler Streifen zwischen den hellen und braunen Bereichen. Unterscheiden kann man die beiden Geschlechter nur anhand der Hinterleibsanhänge. Beim Männchen befindet sich dort eine Greifzange, beim Weibchen der Legeapparat. Die großen Komplexaugen können im Frühling oberhalb eine bräunliche Färbung annehmen. Sie haben eine Flügelspannweite von 40 bis 45 mm.

Flugzeit

Erwachsene Tiere kann man von Juli/August bis in den November fliegen sehen und nach der Überwinterung wieder von März bis Mai.

Verbreitung

Mitteleuropa bis zum Ural, vor allem im Mittelmeerraum.

Habitat

Ausgewachsene Libellen findet man in lichten Wäldern, die auch mehrere Kilometer vom Gewässer entfernt sein können. Dort sitzen sie oft auf braunen Ästen und sind so perfekt getarnt. Die Larven findet man in flachen stehenden Gewässern.

Ernährung

Wie alle Libellen ernährt sich auch die Gemeine Winterlibelle räuberisch von anderen Insekten.

Fortpflanzung und Entwicklung

Im Frühling findet die Paarung statt, die zwischen wenigen Minuten und einer halben Stunde dauern kann. Dabei greift das Männchen das Weibchen mit seinen Anhängen am Kopf (Paarungsrad). Auch bei der Eiablage hält das Männchen das Weibchen weiter fest. Die Eier werden vom Weibchen an schwimmende oder einzel stehende Pflanzenteile abgelegt. Sinkt dabei die Temperatur unter 16°, wird die Eiablage unterbrochen. Nach drei bis sechs Wochen schlüpfen die sehr kleinen dunklen Larven, die ein Jahr für ihre Entwicklung brauchen. Während dieser Zeit halten sie sich auf Pflanzenteilen in Tiefen von etwa 20 cm auf.

Gefährdung und Schutz

Die Gemeine Winterlibelle ist nach der Roten Liste in Deutschland als gefährdet (3) eingestuft und wie alle Libellen ist sie nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) besonders geschützt.

Besonderheiten

Winterlibellen überwintern, im Gegensatz zu anderen Libellenarten, als ausgewachsenes Insekt an dünnen Ästen. An warmen Wintertagen erwachen sie manchmal aus der Kältestarre und fliegen herum. Auch im Sommer sitzen sie oft an diesen Ästen und drehen sich bei Gefahr einfach auf die andere Astseite. Dadurch sind sie sehr schwer zu finden und vor Fressfeinden bestens geschützt.

Verwechslungsgefahr

Sie kann leicht mir der Sibirischen Winterlibelle (Sympecma paedisca) verwechselt werden, diese hat jedoch eine verwaschenere Zeichnung auf der Brust.