Blauflügelige Ödlandschrecke

Oedipoda caerulescens (Linnaeus, 1758)

Gattung: Oedipoda

Unterfamilie: Ödlandschrecken (Oedipodinae)

Familie: Feldheuschrecken (Acrididae)

Unterordnung: Kurzfühlerschrecken (Caelifera)

Ordnung: Heuschrecken (Orthoptera)


Kennzeichen

Die Grundfarbe kann, je nachdem auf welchem Untergrund die Nyhmpen aufgewachsen sind, hellgrau bis fast schwarz oder rötlich bis braun sein. Auch erwachsene Tiere können ihre Körperfarbe noch ändern. Auf den langen, schmalen Deckflügeln befinden sich zwei bis drei dunkle breite dunkle Streifen, die sich auch auf den kräftigen Sprungbeinen wiederholen. Im Flug kann man sehr gut die namensgebenden blauen Hinterflügel sehen, die auch eine dunkle Querbinde haben. Beide Flügelpaare sind an den Spitzen durchsichtig. Der Halsschild hat einen erhöhten Mittelkiel und ist eingekerbt und am hinteren Beinpaar befindet sich eine deutliche Abstufung. Weibchen werden 20 bis 29 mm groß, die Männchen 13 bis 23 mm.

Flugzeit

Die erwachsenen Tiere kann man von Juli bis Oktober finden.

Verbreitung

Europa, bis zur Mongolei, fehlt auf den Britschen Inseln.

Habitat

Warme, sonnenexponierte Gebeite mit wenig Vegetation, wie Trockenrasen, Heideflächen, Sand- oder Kiesgruben, wo sie bevorzug auf dem Boden lebt.

Ernährung

Sie ernährt sich von verschiedenen Pflanzen, hautsächlich Gräser.

Fortpflanzung und Entwicklung

Wie bei allen Ödlanschrecken gibt auch bei der Blauflügeligne Ödlandschrecke vor der Paarung keine Balz. Hat ein Männchen ein Weibchen gefunden gibt es ein leises, kurzes Zirpen von sich und begattet das Weibchen. Bei Paarungsunwilligkeit wehrt das Weibchen das Männchen mit Tritten ab. Kurz nach der Paarung legt das Weibchen die Eier im Boden ab indem es mit dem Eiablageapparat (Ovipositor) am Hinterleib ein tiefes Loch in die Erde bohrt. Dort überwintern die Eier und Frühling des nächsten Jahres schlüpfen die Nymphen. Weibliche Nymphen durchlaufen fünf Stadien, männliche vier Stadien.

Gefährdung und Schutz

Die Blauflügelige Ödlandschrecke ist in ganz Europa geschützt und wird in Deutschland und der Schweiz in der Roten Liste als gefährdet (3) eingestuft.

Verwechslungsgefahr

Man kann die Blauflügelige Ödlandschrecke anhand von Fotos kaum von anderen Ödlandschrecken unterscheiden. Besonders ähnlich ist sie der Rotflügeligen Ödlandschrecke (Oedipoda germanica). Erst wenn die Tiere auffliegen und man die blau oder rot gefärbten Flügel sehen kann, ist eine sichere Artenbestimmung möglich. Von der Blauflügeligen Sandschrecke (Sphingonotus caerulans) kann sie durch die Form der hinteren Beine unterschieden werden. Diese verengen sich bei der Blauflügeligen Sandschrecke gleichmäßig und bei der Blauflügeligen Ödlandschrecke durch eine Abstufung.