Feldgrille

Gryllus campestris (Linnaeus 1758)

Gattung: Gryllus

Familie: Echte Grillen (Gryllidae)

Unterordnung: Langfühlerschrecken (Ensifera)

Ordnung: Heuschrecken (Orthoptera)


Kennzeichen

Der Körper beider Geschlechter ist glänzend schwarz, selten auch braun gefärbt. Die verhärteten Vorderflügel sind an der Basis gelblich, sonst braun bis schwarz. Männchen erzeugen mit ihnen Laute. Die Hinterflügel sind, bis auf eine südeuropäische Population, verkümmert und werden von den Vorderflügeln verdeckt. Die Fühler sind lang und dünn, der Kopf ist kugelförmig. Männchen werden zwischen 19 und 23 mm groß, Weibchen zwischen 17 und 22 und haben zusätzlich noch eine etwa 8 bis 12 mm lange Legeröhre.

Flugzeit

Man kann sie hauptsächlich zwischen Mai und August finden.

Verbreitung

Mittel- und Südeuropa, Nordafrika, Kleinasien.

Habitat

Sonnige, warme und trockene Gebiete wie Heiden, Kiesgruben, Trockenwiesen oder Felder wo sie bis zu 30 cm tiefe Röhren in den Boden bauen.

Ernährung

Sie ernährt sich sowohl von Blättern und Wurzeln als auch von kleinen Insekten oder Aas.

Fortpflanzung und Entwicklung

Die Weibchen werden von den singenden Männchen angelockt. Sie laufen im Zickzack darauf zu. Sobald das Männchen den Gesang unterbricht, bleibt das Weibchen stehen oder läuft in eine falsche Richtung. Haben sich beide gefunden, betasten sie sich mit den Fühlern und das Männchen beginnt mit dem Werbegesang. Nach der eigentlichen Paarung vollzieht das Männchen noch ein bis zwei Stunden eine Nachbalz. Etwa drei bis vier Tage später beginnt das Weibchen mit der Eiablage. Dabei vergräbt sie die Eier mit Hilfe ihrer Legeröhre einzeln in der Erde. Zwei bis drei Wochen später schlüpfen die Larven. Sie leben zunächst gesellig in einem Versteck, z. B. unter Steinen. Im Herbst graben sie sich einzeln zur Überwinterung ein und verlassen das Versteck im April des nächsten Jahres. Nach einigen weiteren Häutungen erlangen sie die Geschlechtreife.

Gefährdung und Schutz

Die Feldgrille ist in der Roten Liste Deutschland als gefährdet (3) eingestuft.

Besonderheiten

Nur geschlechtsreife Männchen sind zur Lauterzeugung fähig. Unterschieden wird dabei zwischen Lock-, Rivalen- und Werbegesang. 

 

Die Feldgrille wurde zum Insekt des Jahres 2003 gewählt.

Verwechslungsgefahr

Sowohl vom Gesang als auch vom Aussehen kann die Feldgrille, sofern man den Lebensraum beachtet, kaum mit anderen in Deutschland vorkommenden Grillen verwechselt werden. Lediglich die Waldgrille (Nemobius sylvestris) sieht der Feldgrille etwas änlich, aber wie ihr Name schon verrät, kommt diese hauptsächlich in Wäldern und an Waldrändern vor. Außerdem gibt es in Mitteleuropa weitere ähnlich aussehende Grillen. Diese sind bis jetzt in Deutschland aber nicht nachgewiesen.