Bienenwolf

Philanthus triangulum (Fabricius, 1775)

Gattung: Philanthus

Familie: Sandwespen (Crabronidae)

Ohne Rang: Grabwespen (Spheciformes)

Unterordnung: Taillenwespen (Apocrita)

Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)


Kennzeichen

Der Hinterleib zeigt eine wepenähnliche schwarz-gelbe Zeichnung die in ihrer Forum und Ausdehnung variiren kann. Der Kopf ist rot und schwarz, das Gesicht hellgelb bis weiß. Bei den Männchen befindet sich noch eine w-förmige Zeichnung auf der Stirn. Männchen werden zwischen 8 und 10 mm groß, die Weibchen zwischen 13 und 18 mm.

Flugzeit

Man kann sie in zwei Generationen von Juni bis in den September fliegen sehen.

Verbreitung

Weite Teile Europas bis nach Sibirien.

Habitat

Warme, trockene Gebiete wie Heiden, Trockenrasen, oder Sandgebieten mit wenig Vegetation, ebenso in Städten wo sie ihre Nester in die Lücken zwischen Bodenplatten bauen.

Ernährung

Erwachsene Tiere ernähren sich von Nektar verschiedener Blütenpflanzen, die Weibchen auch vom Honig der Honigbienen (Apis mellifera) indem sie bei den erbeuteten Bienen Druck auf den Magen ausübt und so der Honig aus dem Mund austritt. Die Larven ernähren sich direkt von den Honigbienen.

Fortpflanzung und Entwicklung

Die Weibchen graben an geeigneten Plätzen ein Nest in den Boden wobei es oft zu großen Kolonien kommt. Die Gänge der Nester gehen zuerst nur leicht schräg nach unten in den Boden, dann verläuft der Gang fast waagerecht. An dessen Ende befinden sich etwa zwölf Brutkammern. Für die Larven trägt sie gefangene Honigbienen, gelgentlich auch andere Wildbienen ein. Bevor sie auf die Jagd geht, verschließt sie das Nest sorgfältig. Hat sie eine Biene erbeutet, wird diese mit einem Stich paralysiert und mit den Beinen haltend zum Nest geflogen. Oft drückt sie auf den Magen der Honigbiene um so vom Honig der Biene zu ernähren. Zum Anpeilen des Nestes pendelt das Weibchen vor dem Nest im Flug hin und her und verschwindet dann schnell mit der Beute im Nest. Pro Kammer trägt sie etwa fünf Bienen ein, wobei der weibliche Nachwuchs mehr Bienen benötigt als der männliche. Die eingetragenen Bienen werden mit den Mundwerkzeugen intensiv abgeleckt und so vor Schimmelbefall geschützt. Auch die Wände der Kammern werden vor Schimmel- und Pilzbefall geschützt indem sie mit einem antibakteriellen Sekret aus Drüsen in ihren Antennen die Wände bestreicht. Pro Kammer wird vom Weibchen ein Ei abgelegt und die Kammer mit Sand verschlossen. Aus den befruchteten Eiern schlüpfen weibliche Bienenwölfe, aus den unbefruchteten schlüpfen männliche. Die weißen, madenförmigen Larven ernähren sich von dem eingetragenen Vorrat an Bienen. Sie verpuppt sich in der Kammer in einem flaschenförmigen Kokon der ohne die Wand zu berühren in der Kammer hängt. Dabei ist der Kopf immer in Richtung des verschlossenen Eingangs ausgerichtet. Dafür orientieren sich die Larven scheinbar an einer weißen Substanz, die das Weibchen beim Verschließen der Brutkammer aus ihren Antennendrüsen abgesondert hat. So kann der später schlüpfende Nachwuchs auf dem schnellsten und einfachsten Weg nach draußen finden. Die erste Generation schlüpft bereits nach etwa vier Wochen, die zweite Generation überwintert und verpuppt sich im Frühling des nächsten Jahres.

Gefährdung und Schutz

Der Bienenwolf gilt zurzeit als nicht gefährdet, sein Bestand geht jedoch durch den Verlust des Lebensraumes immer weiter zurück.

Besonderheiten

Der Bienenwolf wird von der Goldwespe (Hedychrum rutilans) parasitiert.  Weibliche Bienenwölfe verbringen die Nacht in ihrem verschlossenen Nest, männliche Bienenwölfe graben sich Schlafnester im Sand.  In trockenen und warmen Sommern kann es zu einem Massenauftreten der Bienenwölfe kommen.

Verwechslungsgefahr

Der Bienenwolf kann kaum mit anderen Grabwespen verwechselt werden. Aufgrund der Färbung besteht aber bei einem flüchtigen Blick Verwechslungsgefahr mit verschiedenen Faltenwespen.