Gehörnte Mauerbiene

Osmia cornuta (Latreille, 1805)

Gattung: Mauerbienen (Osmia)

Familie: Megachilidae

Ohne Rang: Bienen (Apiformes)

Unterordnung: Taillenwespen (Apocrita)

Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)


Kennzeichen

Der Körper ist bei beiden Geschlechtern schwarz mit einem rostrot behaarten Hinterleib. Die Weibchen an der Vorderseite des Kopfes zwei kleine, zwischen den Haaren versteckte Hörner. Die Männchen kann man gut an den weißen Haaren im Gesicht erkennen. Die Weibchen erreichen eine Körperlänge von 12 bis 15 mm, die Männchen sind deutlich kleiner.

Flugzeit

Man kann sie zwischen März und Juni finden.

Verbreitung

Ganz Europa, im Norden etwas seltener.

Habitat

Die Gehörnte Mauerbiene ist nicht auf einen speziellen Lebensraum angewiesen. Man findet sie in Gärten, Parks, Wiesen, Bahndämmen und auch mitten in Großstädten.

Ernährung

Sie ernährt sich von Pollen und Nektar und hat sich dabei nicht auf bestimmte Pflanzen spezialisiert. Bereits am März kann man sie beim Pollensammeln z. B. an Blausternen (Scilla siberica), Weiden (Salix) oder Apfelblüten (Malus) beobachten.

Fortpflanzung und Entwicklung

Hinsichtlich ihres Nestes ist die Gehörnte Mauerbiene nicht wählerisch. Sie nutzt dafür Hohlräume jeder Art wie Ritzen in Mauern oder Fensterrahmen aber natürlich auch in Lehmwänden oder an Steilwänden. Dabei werden nach süden ausgerichtete Standorte bevorzugt. Sie baut meist sogenannte Lienienbauten, bei denen bis zu zwölf Brutzellen hintereinander im selben Gang angelegt werden. Die Zelle am Ausgang bleibt leer und wird mit einem dicken Pfropfen aus feuchten Sand oder Lehm, vermischt mit Drüsensekreten, verschlossen.

Gefährdung und Schutz

Wie alle Bienen und Hummeln aus der Überfamilie Apoidea ist auch die Gehörnte Mauerbiene nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) besonders geschützt.

Besonderheiten

Wie alle Mauerbienen lebt auch die Gehörnte Mauerbiene solitär und bildet keine Staaten. Sie stellt hinsichtlich ihres Nestes keine hohen Ansprüche und nimmt gerne Nisthifen an. Dafür eignen sich 20 bis 25 cm lange Bambusrohre mit einem Innendurchmesser von 7 bis 9 mm oder Holzblöcke mit Bohrungen von mindestens 8 bis 10 cm Tiefe. Diese sollten an größeren, nach süden ausgerichteten Flächen, wie eine Hauswand angebracht werden. Angst vor Stichen muss man aber nicht haben. Sie ist völlig friedfertig und sticht selbst dann nicht, wenn sehr viele Artgenossen auf engstem Raum nisten.

Wie bei der Roten Mauerbiene (Osmia bicornis) haben auch die Weibchen der Gehörnten Mauerbiene kleine Hörnchen an der Stirn. Dies sind die einzigen beiden Arten die dieses Merkmal tragen.

Verwechslungsgefahr

Sie kann leicht mit der Zweifarbigen Mauerbiene (Osmia bicolor) verwechselt werden, dieser fehlen jedoch die Hörner am Kopf.