Ackerhummel

Bombus pascuorum (Scopoli, 1763)

Gattung: Hummeln (Bombus)

Familie: Bienen (Apidae)

Ohne Rang: Bienen (Apiformes)

Unterordnung: Taillenwespen (Apocrita)

Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)


Kennzeichen

Die Grundfarbe des Körpers ist schwarz. Die Brust hat oberseits eine gelblich bis rötliche Behaarung, an den Seiten ist sie hell. Der Hinterleib hat eine variable helle Behaarung, ebenfalls gelblich oder rötlich. Der Saugrüssel ist etwa Körperlang. Könniginnen haben eine Körperlänge von 15 bis 18 mm und eine Flügelspannweite von 28 bis 32 mm. Die Arbeiterinnen werden 9 bis 15 mm groß und ihre Flügelspannweite beträgt 20 bis 28 mm. Die Drohnen (Männchen) werden 12 bis 14 mm groß. Ihre Flügelspannweite beträgt zwischen 24 und 27 mm.

Flugzeit

Nach der Überwinterung kann man die jungen Königinnen ab April fliegen sehen. Etwa vier Wochen später erscheinen die Arbeiterinnen, die man bis in den Herbst findet. Königinnen und Drohnen erscheinen ab August.

Verbreitung

Ganz Mitteleuropa, bis in eine Höhe von 1.700 m.

Habitat

Wiesen, Weg- und Feldränder, Gärten, Parkanlagen, Brachen, Gräben.

Ernährung

Nektar und Pollen von verschiedenen Blumen, Sträuchern und Obstbäumen.

Fortpflanzung und Entwicklung

Wenn die junge Königin im April aus ihrem Winterschlaf erwacht, kräftigt sie sich erstmal mit Nektar. Danach begibt sie sich auf die Suche nach einer geeigneten Stelle für den Nestbau. Dabei bevorzugt sie unterirdische Hohlräume, aber auch Vogelnester, Totholz oder Nistkästen werden bezogen. Hat sie einen Platz gefunden, sammelt sie Moos und Gras, zerbeißt es und formt daraus eine kleine hohle Kugel, die zum Teil mit Wachs aus ihrem Hinterleib abgedichtet wird. Dann baut sie aus Wachs eine weitere, oben offene Kugel, die mit Pollen füllt, auf die sie fünf bis fünfzehn Eier ablegt und anschließend verschließt. Als Nahrungsreserve für schlechtes Wetter dient eine weitere kleine Kugel, die sie mit Nektar füllt. Drei bis fünf Tage nach der Eiablage schlüpfen die Larven, die sich von den Pollen ernähren. An den Seiten der Larvenkugel baut die König kleine mit Pollen befüllte Taschen an, von denen sich die Larven während der nächsten Woche ernähren. Sind die Larven ausgewachsen, beginnen sie damit, sich einen Kokon zu spinnen. Nach ein bis zwei weiteren Wochen schlüpfen die ersten Arbeiterinnen, die bedingt durch die wenige Nahrung nur sehr klein sind und keine Eierstöcke besitzten. Sie übernehmen von nun an den Nestbau und die Brutfürsorge und die Königin witmet sich nur noch der Eiproduktion. Etwa ab August schlüpfen die ersten voll entwickelten Weibchen und die Drohnen. Die Männchen schlüpfen immer aus unbefruchteten Eiern, die auch von Arbeiterinnen abgelegt sein können. Zu diesem Zeitpunkt hat das Nest eine Stärke von etwa 150 Tieren erreicht, von nun an nimmt die Anzahl der Tiere aber langsam wieder ab. Im September stirbt die Königin und mit ihrem Tod geht der ganze Hummelstaat zugrunde. Die befruchteten jungen Königinnen suchen sich nun einen geschützen Platz zum Überwintern.

Gefährdung und Schutz

Wie alle Bienen und Hummeln aus der Überfamilie Apoidea ist auch die Ackerhummel nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) besonders geschützt.

Besonderheiten

Sie wird von der Feld-Kuckuckshummel (Psithyrus campestris) parasitiert.

Verwechslungsgefahr

Die Ackerhummel kann mit der Mooshummel (Bombus muscorum) und der Veränderlichen Hummel (Bombus humilis) verwechseln werden.