Rote Waldameise

Formica rufa (Linnaeus, 1761)

Gattung: Waldameisen (Formica)

Familie: Ameisen (Formicidae)

Unterordnung: Taillenwespen (Apocrita)

Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)


Kennzeichen

Der Kopf, die Brust und die vorderen Segmente des Hinterleibs sind rot, die hinteren, bauchigen Segmente des Hinterleibs sowie die Kopfoberseite sind schwarz. Auf dem Vorderkörper befinden sich dunkle verwaschene Flecken die in Form und Ausdehnung variabel sind. Die Beine sind schwarzbraun mit rötlichen Gelenken. Der ganze Körper ist fein Behaart. An der Unterseite des Kopfes befinden sich mindestens zehn deutlich längere Haare und auf dem Vorderkörper mindestens 30 Borsten. Arbeiterinnen werden zwischen 4,5 und 9 mm groß, Königinnen und Männchen erreichen eine Körpergröße von 9 bis 11 mm.

Flugzeit

Man kann sie zwischen März und November finden. Geschlechtreife Tiere schwärmen zwischen April und Juni.

Verbreitung

Europa, Kleinasien, Kaukasus bis zum Baikalsee.

Habitat

Helle und sonnige Stellen in Laub- und Nadelwäldern sowie Wegränder.

Ernährung

Die Rote Waldameise hat kräftige Mundwerkzeuge und ernährt sich hauptsächlich von anderen kleinen Insekten, deren Larven oder Raupen, von Spinnentieren, Honigtau der Blattläuse und sogar kleine tote Tiere wie Mäuse oder Schlangen. Aber auch Baumsäfte oder Säfte von Früchten werden gerne genommen. Außerdem sammelt sie Samen von verschiedenen Pflanzen, trägt sie zum Nest um die öligen Anteile daran zu fressen. Den Samen selbst trägt sie danach wieder aus dem Nest hinaus.

Fortpflanzung und Entwicklung

Nach der Winterstarre beginnt die Königin im März Eier abzulegen aus denen etwa ab vier Wochen später (etwa von April bis Juni) Geschlechtstiere mit Flügeln schlüpfen. Dazu werden sie von den Arbeiterinnen, die ebenfalls überwintert haben, mit einem besonderem Drüsensekret gefüttert, welches die Larven von Arbeiterinnen nicht erhalten. Die geflügelten Tiere schwärmen aus, paaren sich und die Männchen sterben kurz darauf. Die neuen Königinnen haben während der Paarung ausreichend Samen empfangen um ihr ganzes Leben lang (bis zu 20 Jahre) für Nachwuchs zu sorgen. Nach der Paarung brechen die Flügel an Sollbruchstellen ab. Die begattete Königin kehrt dann entweder in ihr Nest zurück, gründet ein neues Nest einem morschen Baumstumpf gegründet oder nutzt ein bereits besiedeltes fremdes Nest. Für ein neues Nest sammelt sie Baumnadeln, Moos und Ästchen. Die ersten Larven werden noch von der Königin gefüttert. Sobald diese ausgewachsen und in ausreichender Zahl vorhanden sind, kümmert sich die Königin nur noch um die Eiablage.

Gefährdung und Schutz

Die Rote Waldameise und ihre Nester sind nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) besonders geschützt und stehen in der Roten Liste von Deutschland auf der Vorwarnliste (V).

Besonderheiten

Die Rote Waldameise ist aggresiv und wehrt sich gegen jeden Feind. Bisse sind nur wenig schmerzhaft, können aber bei Menschen Allergien auslösen.

Verwechslungsgefahr

Eine genaue Unterscheidung von anderen Ameisen dieser und einiger anderer Gattungen ist anhand von Fotos nicht möglich. Nur durch eine mikroskopische Untersuchung kann man die Art genau bestimmen.