Große Kerbameise

Formica exsecta (Nylander, 1846)

Gattung: Waldameisen (Formica)

Familie: Ameisen (Formicidae)

Unterordnung: Taillenwespen (Apocrita)

Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)


Kennzeichen

Die hintere Seite des Kopfes und der bauchige Teil des Hinterleibes sind braunschwarz, der Rest hat eine rotbraune Färbung. Auf der Oberseite der Vorder- und Mittelbrust gefinden sich je ein dunkler verwaschener Fleck, der auch sehr undeutlich ausgeprägt sein kann. Der Hinterkopf hat eine deutlich sichtbare Einbuchtung. Königinnen werden zwischen 7,5 und 9,5 mm groß, Arbeiterinnen zwischen 4,5 und 7,5 mm und die Männchen zwischen 4 und 9 mm.

Flugzeit

Man kann sie von März bis Oktober finden, zwischen Juni und August schwärmen die Geschlechtstiere.

Verbreitung

Ganz Europa, im Gebirge bis in eine Höhe von 2.400 m.

Habitat

Lichtungen, Waldränder, Wiesen mit einzelnen Baumgruppen und hohen Gräsern, in Mitteleuropa auch Moorgebiete.

Ernährung

Sie ernährt sich sowohl von lebenden und toten Insekten als auch vom Honigtau von Blattläusen.

Fortpflanzung und Entwicklung

Das Nest der Großen Kerbameise ist oberirdisch relativ flach und breit, ist aus feinem Material gebaut, reicht aber bis zu 1,5 m tief in den Boden. Gelegentlich findet man auch sehr große Nester, die vermutlich über Generationen hinweg immer weiter ausgebaut wurden. Sie können sehr gut sehen und verteidigen ihr Nest gegenüber potenziellen Feiden sehr aggressiv, ein Biss kann schmerzhaft sein.
Die Geschlechtstiere schwärmen in den frühen Morgenstunden bis zum Mittag hin, sobald die Sonne auf das Nest scheint. Ein bewölkter Himmel verhindert das Schwärmen. Nach der Begattung erfolgt die Koloniegründung der Königin nicht selten in Nestern von der Grauschwarzen Sklavenameise oder (Formica fusca) bei Formica lemani. Oft finden sich mehrere Königinnen in einem Nest deren Lebenserwartung bei bis zu 20 Jahren liegt. Wird das Nest zu voll, werden Kolonien gegründet. Zwischen Oktober und März ziehen sich die Ameisen zur Winterruhe in den unteren Teil des Nestes zurück.

Gefährdung und Schutz

Die Große Kerbameise ist nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) besonders streng geschützt. Wegen der Zerstörung geeigneter Habitate ist sie inzwischen überall selten geworden.

Besonderheiten

Die Große Kerbameise wurde zum Insekt des Jahres 2011 gewählt.

Verwechslungsgefahr

Man kann die Große Kerbameise anhand von Fotos nicht von anderen Ameisen mit dieser Färbung unterscheiden.